Wissenswertes über die Akne

 

Bei etwa 10 bis 15 Prozent aller Jugendlichen entwickelt sich die gewöhnliche Pubertätsakne zu einer richtigen Hautkrankheit. Je nach dem, ob die Akne mäßig, schwer oder sehr schwer ausgeprägt ist, muss sie unterschiedlich intensiv medizinisch behandelt werden. Ganze "Seen" von Knötchen und Pusteln können im Gesicht und auf dem Rücken entstehen, und die Entzündungen reichen oft so tief in die Haut hinein, dass ohne fachgerechte Behandlung Narben zurückbleiben.

Da Mädchen oft etwas früher als Jungen in die Pubertät kommen, kann eine Akne bei ihnen auch etwas früher auftreten. Voll ausgeprägt ist sie bei Mädchen meistens, wenn sie 16, 17 Jahre alt sind, bei Jungen im Alter zwischen 16 und 20 Jahren. Weil aber vor allem das männliche Sexualhormon Testosteron für die übermäßige Talgproduktion verantwortlich ist, bekommen Jungen wesentlich häufiger als Mädchen eine richtig schwere Akne. Die so genannte "Spätakne" tritt erst im Alter von über 20 Jahren und bei jungen Frauen oft im Zusammenhang mit einer Schwangerschaft auf. Doch unabhängig davon, in welchem Alter die Akne entsteht, wie stark ausgeprägt sie ist und auch, wie intensiv sie behandelt wird: Alle Betroffenen brauchen viel Geduld.
 
Behandlungsbedürftige Akne bei ca. 15% aller von Akne betroffenen Jugendlichen

  • Mädchen erkranken am häufigsten zwischen 16 und 17 Jahren
  • Jungen zwischen 16 und 20 Jahren

Bei den meisten Aknepatienten harmonisiert sich mit Anfang 20 der Hormonhaushalt, sodass die erhöhte Talgproduktion nachlässt.

Ob man trotz Akne mit "heiler Haut" erwachsen wird, hängt unterdessen nicht nur von der richtigen medizinischen Behandlung ab. Auch die Seele ist sehr empfindsam und wird nur allzu oft verletzt. Es ist schon schlimm genug, dass man sich mit einer Akne oft selbst nicht sonderlich attraktiv fühlt, da wirken Bemerkungen wie "Streuselkuchen" und "Pickelface" oder Aufforderungen, sich mal richtig zu waschen, wie Schläge ins Gesicht. Leider ist gegen Überheblichkeit dieser Art meistens kein Kraut gewachsen, denn wer solche Sprüche nötig hat, fühlt sich selbst klein und unscheinbar, ohne sich das eingestehen zu können. Doch immerhin lässt sich etwas gegen die Unwissenheit vieler Leute tun.

Tatsache 1:
Akne hat nichts mit "unreiner Haut" zu tun.

Man kann sich noch so häufig waschen, eine Akne bleibt davon völlig unbeeindruckt. Schließlich liegen die Ursachen in und nicht auf der Haut. Testosteron, das die Produktion der Talgdrüsen ankurbelt, lässt sich nun mal nicht wegwaschen. Im Übrigen wird die Akneneigung der Haut in der Regel vererbt.

Tatsache 2:
Akne ist nicht ansteckend.

Bei einer Akne sind die Mitesser zwar entzündet. Anstecken kann man sich aber nur an solchen Entzündungen, die von übertragbaren Viren, Bakterien oder Pilzen herrühren (zum Beispiel Erkältung oder Durchfall oder Fußpilz). Das ist bei der Akne nicht der Fall, die oben genannten Bakterien sind nämlich eigentlich ganz normale Hautbakterien, die wir alle immer auf unserer Haut haben. Man kann also jemandem mit einer Akne völlig gefahrlos küssen, streicheln und sich an ihn schmiegen.

Tatsache 3:
Die Ernährung hat keinen Einfluss auf die Entstehung einer Akne. 

Bis heute gibt es keinen wissenschaftlich nachgewiesenen Zusammenhang zwischen bestimmten Lebensmitteln und Akne. Schokolade, Nüsse, scharfe Gewürze, Chips, Cola, Pommes oder Hamburger sind in Mengen zwar nicht sonderlich gesund, und es tut der Haut tatsächlich gut, wenn man sich ausgewogen ernährt, das heißt viele Vitamine (frisches Obst, Gemüse, Säfte etc.) und genügend Ballaststoffe (Vollkornprodukte, Salate etc.) isst.
 
Aber wer sich quält und auf alle ungesunden Leckereien verzichtet, hat keinerlei Sicherheit, dass die Akne sich bessert oder gar verschwindet. Vorsicht auch mit Vitaminpräparaten und -säften: Zu viel Vitamin B6 und B12 kann die Akne verschlimmern.  
 
Auch eine gesunde Ernährung ist kein sicherer Schutz gegen Akne. Manche Patienten/junge Leute berichten jedoch, dass ihre Akne stärker wird, wenn sie bestimmte Sachen essen. Sie sollten dann natürlich auf die Signale ihres Körpers hören. Und vor allem sollten sie sich keinen Stress machen, wenn sie mal "sündigen". Stress ist nämlich wie jede starke seelische Belastung schlecht für die Haut – und damit auch schlecht für die Akne. Jedenfalls, auch wenn das manchmal zu hören ist: Eine "Akne-Diät" gibt es nicht!

Tatsache 4:
Akne hat nichts mit Sex zu tun.

Zwar ist das männliche Sexualhormon Testosteron hauptverantwortlich für die Entstehung einer Akne. Aber, wie oben schon beschrieben wurde, Aknepatienten haben nicht "zu viel" oder "zu wenig" Testosteron.
Häufiger oder seltener Sex, Selbstbefriedigung oder Homosexualität haben keinerlei Einfluss auf eine Akne. Viele Mädchen und junge Frauen stellen allerdings oft eine Woche vor ihrer Menstruation fest, dass ihre Akne sich verschlimmert. Der Grund: Das weibliche Sexualhormon Östrogen wirkt auf natürliche Weise hemmend auf die Hautfettproduktion, wird aber unmittelbar vor der Menstruation weniger gebildet als in der ersten Zyklushälfte.

Tatsache 5:
Lange Haare sind der Akne ziemlich egal.

Wer fettiges Haar hat, sollte sich den Schopf häufiger mit einem milden Shampoo waschen. Lange und fettige Haare verursachen aber keine Pickel. Wer seine Akne auf der Stirn mit einem Pony abdecken will, kann das ruhig tun. Man sollte aber vorsichtig sein mit Haarlacken und allem, was die Haut reizt.

Tatsache 6:
Was die Haut reizt, verschlimmert die Akne.

Das bedeutet: Frischen Schweiß möglichst bald abwaschen, zum (kurzen) Sonnenbad eine milchige Emulsion, keinen ölhaltigen Sonnenschutz nehmen (Mallorca-Akne); sich möglichst nicht nass, sondern trocken rasieren; keine alkalische, sondern eine eher saure und unparfümierte Waschsubstanz verwenden; kein fetthaltiges Make-up, keine tönenden Cremes oder Puder auftragen, denn all dies verstopft die Talgdrüsenausgänge.

 

 



 


Home | Impressum | Disclaimer | Suche | Dialog | AGB Copyright © Galderma Laboratorium GmbH 2007