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Wie Pickel und Mitesser entstehen
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Warum bloß bilden die Talgdrüsen ab der Pubertät plötzlich so viel Hautfett und machen so vielen Jugendlichen das Leben schwer? Ausgerechnet jetzt, wo das Aussehen wichtiger ist als je zuvor! Nun, es hat dieselbe Ursache wie die Pubertät selbst: Schuld sind die Hormone, und zwar insbesondere das männliche Sexualhormon Testosteron. Eine fettige Haut ist gewissermaßen der Preis dafür, dass man erwachsen wird. Da auch der weibliche Körper Testosteron bildet, bleiben die Mädchen leider nicht verschont.
Es ist aber keineswegs so, dass Jungen mit stark fettender Haut übermäßig viel Testosteron im Blut haben, oder dass Mädchen mit einer Akne gar "vermännlicht" sind. Vielmehr ist es so, dass erblich bedingt die Talgdrüsen der betroffenen Menschen besonders stark auf den Testosteron-Spiegel reagieren. Findet der Körper im Laufe der nächsten Jahre wieder das richtige Gleichgewicht, verschwindet auch die Neigung zu Mitessern und Pickeln.
Das alles ist auch so lange kein großes Problem, wie die Ausgänge der Talgdrüsen frei bleiben und der Talg sich schön gleichmäßig auf der Haut verteilen kann. Für die Betroffenen ist dies zwar oft auch unangenehm, da die Haut sehr fettig glänzt. Dieser Zustand heißt Seborrhoe und man kann auch dies behandeln. Eine Akne beginnt erst, wenn die Talgdrüsenausgänge der Haut verstopfen. Bei starker Hautfettproduktion passiert das leider sehr schnell. Die Talgdrüsen sitzen an den Wurzeln winziger Härchen vor allem im Gesicht, am Schulterbereich, auf der Brust und am Rücken. Die Öffnung, aus der das Haar aus dem Körper herausschaut, ist auch der Talgdrüsen-ausgang. Nun passiert es, dass der Haarausgang sich durch die verstärkte Bildung von Hornzellen verschließt und dadurch der Talg nicht mehr abfließen kann. Bald füllt sich der Haarkanal mit einem immer zäher werdenden Gemisch aus Talg und verhornten Hautzellen.
Das nennt man dann einen Mitesser, und zwar einen so genannten "geschlossenen Weißkopf", der nicht zu verwechseln ist mit einem (eher gelben) Eiterpickel (Pustel). Wegen des steigenden Drucks von innen öffnet sich in der Regel bald die geschlossene Haut über dem Haarkanal, sodass ein pünktchenförmiger schwarzer Mitesser entsteht. Das ist ein so genannter "Schwarzkopf".
Die schwarze Farbe beim schwarzen Mitesser ist kein Schmutz, sondern natürliches Hautpigment, das den Talgpfropf dunkel färbt, wenn Luft an ihn kommt.
Da "Schwarzköpfe" offene Mitesser sind, kann das verhornte Zellgemisch nach und nach austreten. Das Problem sind jene "Weißköpfe", die sich nicht von selbst öffnen. Mit der Zeit beginnen nämlich die allgegenwärtigen Bakterien, den Talgpfropf zu zersetzen. Dadurch entzündet sich der Mitesser. Ein gerötetes Knötchen (Papel) entsteht unter der Hautoberfläche, Eiter bildet sich im verschlossenen Haarkanal - und fertig ist der "Eiterpickel", auch Pustel genannt.
Nun könnte man auf die naheliegende Idee kommen, an den "Weißköpfen" herumzudrücken, damit sie sich öffnen und gar nicht erst entzünden. Leider erreicht man damit oft das genaue Gegenteil. Auch wenn man etwas Talg herausquetschen kann, drückt man einen Teil des Pfropfs noch tiefer in die Haut hinein. Jetzt kann der Talg erst recht nicht mehr abfließen - und der Mitesser entzündet sich. Drückt man gar an einem Eiterpickel herum, besteht die Gefahr, dass der Haarkanal platzt und der Eiter das umliegende Gewebe und die Talgdrüse selbst entzündet. Wird die Talgdrüse dabei zerstört, entsteht eine bleibende Narbe. Will man keine schlimmen Entzündungen und Narben riskieren, lässt man seine Mitesser und Pickel also lieber in Ruhe. |
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